PUR-Modell: Ein Ausweg aus dem Cookie-Dilemma?

Februar 1, 2024

Cookies sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Mit den wachsenden Datenschutzbedenken sind Cookies aber auch zu einem Dilemma für Webseitenbetreiber geworden. Viele setzen daher auf das sogenannte PUR-Modell. Wir stellen diese Lösung vor und erklären, wie sie funktioniert und warum es sie gibt.

Das Bild zeigt einen Menschen, der Kleingeld in seinen Händen hält. Es symbolisiert die Kleinbeträge, die beim PUR-Modell für diejenigen fällig werden, die keine Cookies akzeptieren wollen.
Mit dem PUR-Modell haben Nutzende die Wahl: Entweder sie zahlen oder sie akzeptieren alle Cookies. (Foto von Annie Spratt auf Unsplash)

Über Cookies wurde schon viel geschrieben und ihre Funkionen sind vielfältig. Sie geben beispielsweise dem Browser ein Gedächtnis und machen unsere digitalen Streifzüge komfortabler. Auf der anderen Seite nutzen Webseitenbetreiber Cookies aber auch für die Monetarisierung ihrer Angebote.

Insbesondere das Tracking der Nutzenden über die eigene Website hinaus hat sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Marketinginstrument entwickelt. Mit Hilfe von Cookies werden die Interessen der Besuchenden analysiert und anschließend für die Einblendung kontextbezogener Werbung genutzt.

Die Werbetreibenden versprechen sich eine größere Wirkung, da die personalisierte Werbung die Interessen der Besuchenden berücksichtigt. Die Website-Betreiber als Anbieter von Werbeflächen profitieren je nach Werbemodell teilweise sogar direkt von einer höheren Werbewirkung, weil relevante Werbung eher angeklickt wird und so mehr Einnahmen generiert.

Gleichzeitig versprechen Cookies den Besuchenden ein besseres Surferlebnis, da sie nur Werbung angezeigt bekommen, die ihren Interessen entspricht. Die Werbung soll sich so harmonischer in die Inhalte einfügen.

Datenschutzbedenken führten zu einer Neubewertung der Tracking-Cookies

Mit Blick auf den Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzenden geriet das webseitenübergreifende Tracking mittels Cookies jedoch mehr und mehr in die Kritik. Die nachvollziehbaren Datenschutzbedenken führten schließlich zu einer Verschärfung der Regelungen für den Einsatz von Cookies.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in der EU und vergleichbare Gesetze weltweit verlangen heute eine weitgehende Transparenz von den Webseitenbetreibern und zudem eine Zustimmung der Nutzenden für alle Cookies, die beim Besuch einer Website im Browser gespeichert werden.

Dabei werden nicht alle Cookies gleich behandelt. Vereinfacht werden zwei Klassen von Cookies unterschieden:

  • Erforderliche Cookies, die für den technischen Ablauf notwendig sind.
  • Marketing- und Tracking-Cookies, die das Nutzungsverhalten verfolgen.

Während notwendige Cookies nicht abgelehnt werden können, erhalten Webseitenbesucher mit der DSGVO die Möglichkeit, die anderen Cookies je nach Wunsch zuzulassen oder abzulehnen.

Für Betreiber von Websites, die sich über Werbung finanzieren, ergibt sich daraus ein Dilemma: Sie sind gesetzlich verpflichtet, ihren Besuchern die Möglichkeit zu geben, Tracking-Cookies abzulehnen. Dies ist jedoch die Grundlage für die Auslieferung personalisierter Werbung. Bei abgelehnten Tracking-Cookies kann die Werbung also nicht mehr auf die Interessen der Besuchenden abgestimmt werden.

PUR-Modell: Funktionsweise und Definition

Das PUR-Modell, kurz für „Pay or User Data Required“, gibt den Webseite-Betreibern die Möglichkeit, ihre Besuchenden vor eine klare Entscheidung zu stellen. Entweder zahlen sie einen meist geringen Betrag für den Zugang zu den Inhalten oder sie akzeptieren alle Cookies, die für Marketing und Tracking verwendet werden.

Ziel des PUR-Modells ist es, eine Win-Win-Situation zu schaffen: Website-Betreiber erhalten eine Monetarisierungsmöglichkeit, während Nutzerinnen und Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten.

Für kleinere Medien kann das PUR-Modell daher überlebenswichtig sein. Sie erhalten entweder direkt einen kleinen Betrag zur Refinanzierung ihrer Inhalte, für deren Produktion sie finanzielle Ressourcen benötigen. Oder sie können durch die erlaubten Tracking-Cookies höhere Werbeeinnahmen generieren und sich so finanzieren.

Wie funktioniert Usercentrics Data Shield beim PUR-Modell?

Bei herkömmlichen Cookie-Consent-Bannern greifen deine Voreinstellungen, so dass Usercentrics Data Shield die vorgeschaltete Cookie-Abfrage für dich automatisch im Hintergrund nach deinen Wünschen beantwortet. Bei den Cookie-Bannern des PUR-Modells ist dies jedoch nicht möglich.

Hier gibt es mit der PUR-Option eine Auswahlmöglichkeit, die zwingend eine Aktion des Nutzenden erfordert: Wer sich für die Bezahlvariante entscheidet, muss im nächsten Schritt eine Bezahlmethode auswählen. Erst dann wird das spezielle Cookie-Banner beantwortet und der Nutzende erhält einen werbefreien Zugang zur entsprechenden Webseite.

Usercentrics Data Shield blendet daher beim PUR-Modell die Cookie-Banner ein und überlässt den Nutzenden aktiv die Entscheidung.